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Ein Interview über Gelenkserkrankungen bei Hunden

Elisabeth Reso

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Fast jeder Hundehalter hat schon einmal etwas von Ihnen gehört: HD und ED. Hinter den Abkürzungen verstecken sich die medizinischen Fachbegriffe Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie.

Hüftgelenksdysplasie und Ellbogendysplasie sind häufige Gelenkserkrankungen des Hundes. Aber was genau ist eine Dysplasie? Gibt es Möglichkeiten zur Vorbeugung? Worauf muss ich als Hundebesitzer/in bei einem positiven Befund achten, und welche Möglichkeiten der Therapie gibt es? Über diese und weitere Fragen habe ich im vergangenen August mit „DogSpot Südtirol“ gesprochen.

 

DogSpot: Frau Reso, wenn man sich ein Röntgenbild dieser Erkrankungen ansieht, was ist für den Fachmann/ Frau zu sehen?

Elisabeth Reso: Das Wort „Dysplasie“ bedeutet „schlechte Passform“ und macht bereits deutlich, worum es sich bei diesen beiden komplexen Erkrankungen handelt: die beteiligten Gelenkpartner passen nicht genau ineinander. Der Fachmann erkennt also auf dem Röntgenbild ein nicht korrekt ausgebildetes Gelenk und eventuell eine sekundäre Arthrose, welche sich aufgrund der Fehlbelastung und Überlastung der Gelenkflächen bildet.

Unter dem Begriff ED werden verschiedene Erkrankungen des Ellbogens zusammengefasst. Die vier Haupterkrankungen sind der fragmentierte Processus coronoideus medialis (FPCM oder FCP), der nichtvereinigte/isolierte Processus anconaeus (UAP oder IPA), Osteochondrose am medialen Humeruscondylus (OC bzw. OCD) und Inkongruenz des Ellbogengelenks (INC). Processuus sind Knochenfortsätze, in diesem Fall jene der Elle. Bei der Osteochondrose handelt es sich um eine Knorpelwachstumsstörung. Manchmal kann hier neben einem Röntgenbild ein CT zur genauen Abklärung nötig sein.

Bei der HD ist auf dem Röntgenbild typischerweise ein ungleichmäßiger Gelenkspalt zwischen Hüftgelenkspfanne und Oberschenkelkopf zu erkennen, der Norbergwinkel, welcher herangezogen wird um zu messen, wie weit der Oberschenkelkopf von der Gelenkspfanne umschlossen wird, ist kleiner als 105°, der kopfwärts gelegene Gelenkspfannenrand ist abgerundet und auch der Oberschenkelkopf ist deformiert.  

Liegt bereits eine Arthrose vor, ist auch diese auf dem Röntgenbild zu erkennen, z.B. durch knöcherne Zubildungen am Gelenkrand.

CT Aufnahme einer Ellbogendysplasie   Bild: Vetclinic Bozen

CT Aufnahme einer Ellbogendysplasie Bild: Vetclinic Bozen

DogSpot: Man geht ja von einer erblichen Komponente aus, die allerdings versuchen Forscher in den USA derzeit zu wiederlegen… Momentan geht man also noch von einer Vererbung aus oder?

Elisabeth Reso: Die Meinungen darüber, ob eine HD vererblich ist, gehen weit auseinander und reichen von 25 bis zu 60 Prozent. Bei der ED wird die Erblichkeit als mittel bis hoch eingestuft. Heute geht man davon aus, dass es sich bei HD und ED um eine multifaktorielle Entwicklungsstörung in der Wachstumsphase des Hundes handelt, welche durch übermäßige oder falsche Fütterung und zu frühe, übermäßige Bewegung/Belastung begünstigt wird.

 

DogSpor: Heißt also, man  kann als Hundebesitzer vorbeugen. Helfen denn die ganzen Tipps für Welpen Besitzer? Also z.B. dass man großwüchsige Welpen nicht Treppen steigen lassen soll, oder auch dass man nicht übermäßige Spaziergänge oder Wanderungen macht…

Elisabeth Reso: Hunde wachsen im Vergleich zu uns Menschen sehr schnell. Je nach Rasse ist ein Hund mit 12 - 18 Monaten bereits ausgewachsen. Im Alter von 3 bis 7 Monaten (größenabhängig) finden die meisten Umbauvorgänge am Skelett des heranwachsenden Hundes statt. Die Wachstumsfugen der Knochen sind in dieser Zeit noch nicht geschlossen, Knorpel wird in Knochen umgebaut und die Muskulatur ist im Verhältnis zum schnell wachsenden Körper noch schwach ausgebildet. Fütterungs- und Haltungsfehler in dieser kritischen Phase haben einen starken Einfluss auf die Gelenkentwicklung der Hunde und können irreversible Schäden hervorrufen. Es ist also durchaus sinnvoll den Hund in dieser Zeit so gut es geht zu schonen, für genügend Ruhepausen zu sorgen und die Belastung dem Alter entsprechend anzupassen. Bei Welpen mit einem potenziell dysplastischem Gelenk muss während des Wachstums umso mehr darauf geachtet werden, eventuelle Traumata und Überbelastung z.B. durch das Toben mit anderen, größeren Hunden, durch Sprünge usw., zu vermeiden.

 

DogSpot: Wenn man sich unsicher ist, oder der Hund schon in jungen Jahren Probleme bzw. Bewegungseinschränkungen aufweist, stellt sich die Frage natürlich nicht. Ist es aber für gesund erscheinenden Hund auch notwendig eine Untersuchung auf HD/ ED zu machen? Und wann sollte man das Thema dann am besten angehen?

Elisabeth Reso: Häufig zeigen Hunde, auch dann, wenn sie an Dysplasie leiden, im Welpenalter noch keine Symptome. Diese treten manchmal erst mit 10 bis 12 Monaten auf. Zu diesem Zeitpunkt sind die operativen Möglichkeiten und vor allem aber die Behandlungserfolge jedoch bereits reduziert. Deshalb ist eine erste Kontrolle im Alter zwischen 4 (vor allem für HD) und 6 Monaten anzuraten. Vielfach kann der Tierarzt schon palpatorisch, also beim Abtasten, Schwellungen des Gelenks feststellen. Für eine Diagnose ist aber eine Röntgenuntersuchung notwendig. 

Für Hundehalter, welche mit ihrem Hund sportlich aktiv sind, oder einen Hundesport verfolgen möchten, ist es auf jeden Fall empfehlenswert, den Hund vorab auf HD und ED untersuchen zu lassen. Bei einer Wurfplanung ist die Untersuchung der Elterntiere natürlich unerlässlich.

 

DogSpot: Sollte man einen positiven Befund erhalten, auf was sollte man achten?

Man sollte unbedingt darauf achten, das Gewicht des Hundes zu kontrollieren, besonders bei einer ED, da mehr als die Hälfte des Körpergewichts auf den Vorderbeinen lastet. Je schwerer der Hund ist, umso mehr werden die Gelenke belastet und umso schneller kann eine sich bildende Arthrose fortschreiten.

Außerdem sollte auf ein ausgewogenes Kalzium- und Phosphorverhältnis in der Ernährung des Hundes geachtet werden. Diese beiden Mengenelemente sind für den Knochenaufbau entscheidend.

Manche Hundebesitzer meinen es gut und füttern zu einer normalen Futterration zusätzlich Kalzium, z.B. in Form von Ernährungszusätzen. Dieser Kalziumüberschuss kann jedoch zu unregelmäßig geformten Gelenken führen. Andererseits kann eine Mangelversorgung mit Kalzium zu einer unzureichenden Mineralisierung des Skeletts führen. Hier ist es also wichtig, dass man Fertigfutter nicht modifiziert, mischt usw. und sich bei Rohfleischfütterung u.ä. einen ausgewogenen Ernährungsplan von einer Fachperson zusammenstellen lässt.

Handelt es sich um einen heranwachsenden Hund, sollte dieser auch nicht überfüttert werden. Die Widerristhöhe ist genetisch vorgegeben und wird im Normalfall auch erreicht. Es ist besser Welpen restriktiv zu füttern und damit ein zu hohes Gewicht (gelenkbelastend) und ein zu schnelles Wachstum (begünstigt instabile Gelenke) zu vermeiden.

Wie zuvor schon erwähnt sollte auch ein früher Arbeits- und Sporteinsatz vermieden werden, da dieser ebenso eine unphysiologische Belastung der Gelenke darstellt.

Bei einem ausgewachsenen Hund kann man mit gezieltem Muskelaufbau und kontrolliertem Training wie z.B. Schwimmen oder Joggen, die Stabilität der Gelenke steigern und damit Folgeschäden wie z.B. einer Arthrose entgegenwirken.

Sogenannte Chondroprotektiva können zum Schutz der Gelenkknorpel verabreicht werden. Die regelmäßige physiotherapeutische Behandlung, oder auch nur der einmalige Besuch um sich einige Tipps und Übungen zeigen zu lassen, können hier sehr hilfreich sein und sind eine gute Prophylaxe.

 

DogSpot: Die Homöopathische Unterstützung bei HD und ED wird immer beliebter, was halten Sie davon?

Elisabeth Reso: Meiner Meinung nach können homöopathische und auch pflanzliche Arzneimittel, wie zum Beispiel Arnica, Rhus toxicodendron, oder auch Teufelskralle, bei Arthrose kurweise bzw. bei Bedarf, gut eingesetzt werden.

Im Falle einer Arthritis, also einer akuten Gelenksentzündung, rate ich jedoch dazu, unter Absprache mit dem behandelnden Tierarzt, auf ein entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Schulmedizin zurückzugreifen, da jeder Entzündungsschub das Gelenk weiter schädigt und daher so gut es geht eingedämmt werden sollte.

 

DogSpot:  Beide Erkrankungen können auch operativ behandelt werden. Ab wann sollte man sich denn für eine OP entscheiden?

Elisabeth Reso: Dies hängt von der Schwere der Fehlstellung und von den Symptomen ab, die der Hund zeigt. Nicht jeder Hund mit einer HD entwickelt eine Lahmheit, andererseits zeigen Hunde mit einer leichten HD manchmal eine starke Bewegungseinschränkung.

Ob und für welche OP man sich entscheidet, hängt zudem vom Alter und der Größe des Hundes ab. Manchmal ist eine OP aber auch unumgänglich, z.B. dann, wenn sich lose Knochenstückchen im Gelenk befinden, wie es bei machen Krankheitsbildern der ED der Fall ist. 

Ich denke es ist entscheidend, ob es möglich ist, dem Hund auch ohne Operation eine gute Lebensqualität zu ermöglichen.

 

DogSpot: Wenn der Hund schmerzen zeigt, bzw. wenn er Probleme hat aufgrund eines dieser beiden Erkrankungsbilder, was können Sie als Physiotherapeutin machen, um unserem Vierbeiner das Leben zu erleichtern?

Elisabeth Reso: Ziel der physiotherapeutischen Behandlung bei diesen beiden Krankheitsbildern ist die Schmerzlinderung, die Stabilisierung der Arthrose, der Erhalt der Beweglichkeit des betroffenen Gelenks, der Muskelaufbau und die Behandlung von sekundären Verspannungen und Blockaden, die sich aus der Schonhaltung ergeben können.

Dazu bietet die Tierphysiotherapie verschiedene, wirkungsvolle Möglichkeiten, einige davon sind:

  • Detonisierende Massagen und Muskeldehnung: Häufig leiden Hunde mit ED oder HD an einer schmerzhaften Muskelverspannung, weil sie versuchen, das betroffene Gelenk zu stabilisieren und zu schonen. Entspannende Massagen und Muskeldehnungen können die Schmerzen lindern, einer Muskelverkürzung entgegenwirken und damit die Beweglichkeit steigern.
  • Manuelle Techniken wie z.B. die passive Gelenkbewegung: Da die aktive Bewegung für betroffene Hunde schmerzhaft sein kann, wird das Gelenk zunehmend weniger bewegt und belastet. Der Gelenkknorpel aber ist für seine Versorgung auf die Bewegung des Gelenks angewiesen. Zu seiner Pflege und um die Gelenkfunktion aufrecht zu erhalten, wird das betroffene Gelenk im schmerzfreien Bereich passiv durchbewegt.
  • Thermotherapie (Wärme- oder Kälteanwendung): wirkt unter anderem schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und muskelentspannend.
  • Physikalische Therapie z.B. mittels Therapeutischem Ultraschall, Low-Level-Laser oder Pulsierendem Magnetfeld: Durch den Einsatz von verschiedenen Geräten kann der Zellstoffwechsel, der Lymphfluss und die Durchblutung angeregt und die Schmerzleitung unterbrochen werden. Des Weiteren werden eine verbesserte Dehnbarkeit/Elastizität des Gewebes und eine Steigerung der Mobilität der betroffenen Strukturen angestrebt.

DogSpot: Gibt es auch Übungen die wir zu Hause machen können?

Bei den Tierphysiotherapiesitzungen werden dem Hundehalter auch Übungen gezeigt, welche er zu Hause mit seinem 4-Beiner durchführen kann. Diese müssen immer individuell gestaltet und an den jeweiligen Hund angepasst werden. Bestimmte Massagegriffe, das vorsichtige Durchbewegen des Gelenkes, aber auch isometrische oder aktive Bewegungsübungen können und sollen auf jeden Fall von den Besitzern zu Hause angewendet werden.

Es gibt sehr viele Übungen, welche man zu Hause mit seinem Hund durchführen kann, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit aufrecht zu erhalten.

Ein Beispiel sind isometrische Übungen, bei welchen eine Spannungsänderung im Muskel auftritt, ohne dass sich dieser verlängert oder verkürzt. Diese können als Krafttraining sehr gut zu Hause durchgeführt werden. Allerdings muss man beachten, dass auch diese Übungen anstrengend für den Hund sind und sie dem Gesundheitszustand des Hundes angepasst werden müssen. Im Zweifelsfall ist es besser nochmals mit einem Tierphysiotherapeuten oder Tierarzt Rücksprache zu halten.

Um z.B. die Muskulatur der Vorder-, oder Hintergliedmaßen zu stärken, legt man beide Hände flach links und rechts auf die Schulter oder die Hüfte des Hundes. Eine Hand baut leichten Druck gegen den Körper des Hundes in Richtung der anderen Hand auf, welche lediglich die Position hält. Man fühlt wie sich die Muskulatur unter der druckausübenden Hand anspannt. Diese Position hält man für drei Sekunden, lässt den Druck dann langsam wieder nach und führt die Übung ebenso auf der anderen Seite durch. Fünf Wiederholungen reichen vollkommen aus, dafür kann man diese Übung dreimal täglich durchführen.

 

DogSpot:  Sonstige Tipps?

Elisabeth Reso: Bei Hunden die an Arthrose leiden kann man, um den Anlaufschmerz zu lindern, das betroffene Gelenk vor der Bewegung Aufwärmen z.B. mit einem Kirschkernkissen.

Auch eine Rotlichtlampe kann in der kalten Jahreszeit für Hunde mit Arthrose eine Wohltat sein. Bei Wärme gilt jedoch immer, den Hund selbst entscheiden zu lassen, wann er genug hat und weggehen möchte. Ein akut entzündetes Gelenk, sollte nicht mit Wärme behandelt werden.

Nässe und Kälte sollten vermieden werden. Bei nasskaltem Wetter kann ein Hundemantel vor schnellem Auskühlen schützen. Besonders bei dichtem Fell, das lange braucht um zu trocknen, ist dies in den kalten Jahreszeiten auf jeden Fall ratsam.

Das Hundebett sollte groß genug und druckentlastend sein, um eine gute Durchblutung zu gewährleisten.